LogIn
|
„Alles was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“1. Tim. 4,4
Gegen welche Diskussionen und immer neue Ideen zur Heiligung durch selbstauferlegte Regeln und Enthaltsamkeiten Timotheus wohl ankämpfen musste… Paulus stärkt ihm den Rücken und schreibt einmal mehr, was er so oft und so vielen Gläubigen deutlich machen will: es geht nie um das Äußere, um das Tun und Lassen an sich. Das erlöst uns nicht. Immer ist unsere innere Haltung das Entscheidende. Sei es die Liebe, die Rücksicht nimmt und z.B. etwas Fragliches nicht isst, weil ein Anderer dadurch verunsichert würde (1. Kor. 10,23 ff). Sei es Paulus Ausdruck „den Juden ein Jude, …, den Heidi Schatull
Jahreslosung 2012: „Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ 2. Korinther 12,9
und Monatsspruch Jan. 2012: „Weise mir, HERR, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir.“ Psalm 86,11
An folgende Geschichte, die im Titelbild unseres Gemeindebriefes illustriert wird, erinnert mich unsere Jahreslosung: Die gesprungene Schüssel „Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll. Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war. Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: „Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft." Die alte Frau lächelte. „Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht? Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren." Jeder von uns hat seine ganz eigenen Unzulänglichkeiten und Fehler, aber es sind die Makel und Sprünge, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen.“ (Verf. unbekannt) Nun würde ich zwar nicht sagen, dass gerade meine Makel mein Leben lohnenswert machen, aber ich denke, die Geschichte verdeutlicht auch, wie gut Gott uns kennt. Genauso, wie jeder einzelne Mensch ist, ist er für Gott schon absolut brauchbar. Das wichtigste scheint mir dabei zu sein, authentisch, einfach echt zu sein und Gott handeln zu lassen. Hätte die defekte Schüssel sich ständig gedreht und gekippt um das Wasser am Herauslaufen durch den Sprung zu hindern, wäre sie verkrampft und absolut überanstrengt gewesen, als hätte sie den ganzen Weg alleine laufen müssen. Doch sie ließ sich tragen, wie auch wir uns von Gott durch unser Leben tragen lassen können, und sie kam ins Gespräch mit der Frau, die sie trug. Auch wir brauchen unseren „Sprung in der Schüssel“ nicht zu verleugnen, dürfen zu unserer Schwäche stehen und mit Gott ins Gespräch darüber kommen. Vielleicht wird Er uns sagen, dass unsere Schwäche kein Makel in Seinen Augen ist, sondern eine Chance für Ihn, in der Kraft, die Er uns in unserer Schwäche schenkt, erkannt und geehrt zu werden. Vielleicht ist unser Makel auch notwendig und die uns gegebene Chance, demütig zu werden und zu akzeptieren, dass wir Gottes Hilfe brauchen, um uns zu verändern. Zuerst müssen wir aber glauben, dass wir nicht perfekt sind, sondern einen „Sprung in der Schüssel“ haben. „Zu sein wie Gott“, perfekt eben, das ist eine Sehnsucht, die uns nicht von Gott gegeben ist und etwas, was Er gar nicht von uns erwartet. Wir benötigen unsere Schwäche, um Gottes Wirken und Kraft in unserem Leben erkennen zu können. Solange wir unbedingt stark sein wollen (der Wunsch nach Unabhängigkeit beginnt beim ersten „will selber…“) ist kaum Raum für Gottes Handeln. Soweit die Jahreslosung. Aber auch der Monatsspruch Januar, der um Wegweisung bittet, findet in unserem Bild Platz. Gott kennt den Weg, auf dem Er, wie die Geschichte es nennt, Samen gepflanzt hat. Er kennt uns und weiß, auf welchem Weg wir Ihn am besten ehren können. Und diesen Weg müssen wir uns von Ihm zeigen lassen. Dann werden die ausgestreuten Samen, die Gott wie gute Werke, die Er zuvor bereitet hat (Eph. 2,10), durch uns bewässert und blühen auf zu Seiner Ehre. Lassen wir uns von Ihm den Weg zu Seiner Ehre weisen, wo wir schwach sind, tragen und wo Seine Stärke uns befähigt, in Seinem Namen handeln.
|






Einer der ältesten christlichen Verlage in Deutschland: